Anrufe von Kathrin bedeuten ja nur selten etwas Gutes. Und ihr Anruf von gerade eben machte keine Ausnahme. Ich weiß gar nicht, wie sie darauf gekommen ist, mich heute anzurufen.

Es klingelte also, ich nahm den Hörer ab und meldete mich. Nachdem wir uns begrüßt hatten, kam sie - für ihre Verhältnisse extrem schnell - auf den Punkt.

"Kannst du nicht zurückkommen?"
"Zurückkommen? Wohin?"
"Es ist ganz schlimm geworden mit ihm."
"Ich verstehe nicht, was du meinst."
"Als du noch mit ihm zusammen warst, war er nicht so schlimm."
"Von wem redest du überhaupt?"
"Von meinem Chef. Es ist überhaupt nicht mehr mit ihm auszuhalten. Das sagt die Sekretärin auch und alle anderen."
"Ich gebe nichts auf solchen Klatsch."
"Er hat sogar Kunden verloren, weil er unfreundlich zu ihnen war."
"Da kann ich auch nicht helfen."
"Doch, du kannst zurückkommen! Er hat sich ein Bett in einen Nebenraum stellen lassen und übernachtet jetzt meistens in der Firma."
"Das geht mich alles nichts mehr an."
"Und den Assistenten, den er einstellen wollte, da hat er die Vorstellungstermine erst alle verschoben und dann ganz abgesagt."
"Das interessiert mich nicht."
"Ach bitte, komm doch zurück!"
"Wenn er - wie du sagst - wirklich so unausstehlich ist, warum sollte ich mir das dann antun?"
"Weil es dann bestimmt wieder besser wird."
"Da überschätzt du meinen Einfluss. Ich habe nicht die Absicht, ..."

Im Hintergrund hörte ich plötzlich seine Stimme herrisch irgendwelche Anordnungen geben.
Kathrin verabschiedete sich hastig und legte auf.